Travelling Yogini on Tour: Chicago

Yoga mitten in der Nacht oder: wie alles begann

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Travelling Yogini on Tour: Chicago

Yoga mitten in der Nacht oder: wie alles begann

Chicago

– Yoga mitten in der Nacht –

 

Als ich das erste mal auf die Idee kam, Yoga unterwegs zu machen hatte mir eine Freundin einen Workshop ganz besonders an Herz gelegt. Leider war ich an besagtem Wochenende nicht zuhause; sie sagte „Ach, er (der Yogalehrer) reist viel herum, ursprünglich kommt er aus Chicago, vielleicht klappt es ja ein anderes mal“. Chicago?! Wie passend, ich hatte genau diesen Stopp 2 Wochen später im Dienstplan.

Global Multimedia sei Dank, setze ich mich an den Computer, tippe Wade Gotwals ein und werde gleich fündig. Und bin sofort begeistert. Ja, ich will! In seine Yogastunde. Ein äußerst sympathisch aussehender, wohl definierter Kerl strahlt mich mit einem Lächeln an, dass ich meinen Computer gleich zurück angrinse. Ich schreibe ihn also an, verweise auf unsere gemeinsame Freundin und hoffe auf baldige Antwort. Tatsächlich dauert es nicht lange und er schreibt zurück. Sehr offen, freundlich und unkompliziert, genauso wie ich ihn später persönlich kennenlerne. Er nennt mir 3 Studios, in denen er unterrichtet und ich entscheide mich aufgrund schon bekannter Parameter (Lage, Lage, Lage und Uhrzeit) für EQUINOX.

2 Wochen später ist es dann soweit, ich lande am frühen Nachmittag in „The windy City“ Chicago. Wir fahren zum Hotel, duschen, umziehen, bummeln gehen…Zeit verbringen. Als es dann soweit ist, mich auf den Weg zu machen treffe ich ein paar Kollegen, auch auf dem Weg. Ins Bett. Es ist 18h abends und wir haben 7 Stunden Zeitverschiebung. Meine Yogastunde beginnt um 19h, quasi MITTEN IN DER NACHT. Ich glaube, die Kollegen halten mich für etwas wunderlich aber das ist mir egal, ich will unbedingt in diese Yogastunde und Wade kennenlernen. Also trabe ich los und bin etwa eine halbe Stunde später vor dem Studio. Der Weg hat mich weg vom Zentrum um die mir gut bekannte Michigan Avenue durch alte Wohngegenden mit herrlichen Häusern im Kolonialstil und hübschen Vorgärten geführt. EQUINOX ist gut zu finden, es ist ein riesiger Fitness-Klotz, 5 Stockwerke hoch und fast genauso breit –  nicht das kleine Studio, das ich mir vorgestellt hatte.  Unten eine geschäftsmäßige Rezeption, wo ich mich eintragen muss und dann in jedem Stockwerk ein anderes Fitnessangebot: Kraftmaschinen, Trampolins, Matten, Gewichte, dazu viele starke Kerle am Pumpen….und ich darf nach ganz oben, uff! Bin ich hier richtig? Im 5. Stock dann doch mit nicht mehr ganz leicht fließendem Atem angekommen schaue ich mich um. Immerhin keine Foltergeräte. Plötzlich hinter mir eine Stimme „You must be Meike“. Ich drehe mich um und bin allerhöchst erfreut über das Bild zum Ton. Da steht er, Wade Gotwals himself, das strahlende Lächeln im Gesicht, das mir von den Fotos auf seiner Website schon vertraut ist. Seine ganze Erscheinung (ja, ich finde das ist er!) ist lässig, herzlich, sympathisch und er sieht halt einfach richtig gut aus.

Gemeinsam gehen wir zu einer der großen Matten, die ausliegen, machen uns bekannt und er stellt mich gleich ein paar anderen Kursteilnehmern vor, die auch alle sehr offen und freundlich reagieren. Allen strahlt hier irgendwie die Sonne aus dem Gesicht, ich fühle mich wohl und freue mich schon auf die Stunde. Der Yogaraum im hinteren Teil des Stockwerks ist groß und schmucklos, hat keine Fenster und eine komplett verspiegelte Wand mit Ballettstange. Es sind bereits einige Yogis hier und bis es losgeht sind wir bestimmt 35 oder mehr.

Der Unterricht: Wades Art zu unterrichten ist einfach großartig, herrlich undogmatisch. Er gibt Tipps, assistiert und bringt alle Teilnehmer langsam und stufenweise in die Asanas, und lässt allen levels Raum, sich zu entfalten. Wir beginnen mit Aufwärm- und Atemübungen, dann folgen zunächst einfachere dann anspruchsvollere Asanas, die ich zum Teil nicht kenne und erstmal respektvoll bewundere. Wade schafft es, durch wunderbare, detaillierte Erklärungen und Demonstrationen, dass ich überall ankomme.  Dabei läuft ungewöhnliche Musik, es wird gelacht, einmal sogar kurz getwirkt und wir alle genießen fantastische 90 Minuten.

Am Ende bin ich nicht mehr müde, nur etwas groggy aber sehr glücklich. Ein paar von uns bleiben noch zu einer kleinen Meditation. Der perfekte Abschluss für mich. Ich bin total in Yogi Heaven, bedanke mich, werde herzlich umarmt und dann schwebe ich durch ein abendlich ruhiges Chicago zurück zum Hotel. Tatsächlich habe ich das Gefühl, dass meine Füße kaum den Boden berühren. Selbst als ich mich endlich wohlig in die Kissen meines Hotelbetts kuschele habe ich immer noch ein seliges Grinsen im Gesicht.

 

Bis zur nächsten Reise,

Eurer Travelling Yogini Meike

 

Bewertung:

Yogaraum/Ausstattung: 6 von 10 Ganeshas

Yogaunterricht: 10 von 10 Ganeshas

 

EQUINOX

900 North Michigan Ave, Chicago, IL 60611, USA